webadress.de: Ein Anwalt wirkt Wunder!

Nachdem es gestern wieder neue Informationen zum „Datenschutzskandal webadress.de“ gegeben hat, habe ich heute schon wieder was Neues für euch!

Keine Reaktion

Vor 9 Tagen habe ich die erste E-Mail an die Betreiber von webadress.de, einem datengierigen Portal, geschickt. Sie enthielt eine freundliche Bitte, meine Daten aus ihrer Datenbank zu löschen und keine neuen Daten mehr zu indizieren. Allerdings habe ich bis heute keine Antwort auf diese oder auf andere E-Mails bekommen.

Drohung mit Anwalt

Also habe ich mir heute gedacht, dass ich einfach nochmal eine E-Mail schreibe. Um dem Ganzen ein wenig Druck zu verleihen, schrieb ich am Ende der Mail etwas von einer Frist und drohte bei Nichteinhaltung dieser Frist mit meinem (nicht vorhandenen) Anwalt. Und siehe da: Nach wenigen Minuten flatterte auch schon eine E-Mail-Antwort mit interessantem Inhalt in mein Postfach.

Die Reaktion der Betreiber

In der E-Mail hieß es

wir bedanken uns für Ihre Mitteilung an SEARCHTEQ. Nach unserem Verständnis möchten Sie nicht,
dass Ihr Eintrag in der lokalen Suchmaschine www.suchen.de als Suchergebnis dargestellt wird. Wir kommen diesem Wunsch gerne nach und werden Ihren Eintrag so schnell wie möglich aus unserem Index löschen.
Wir hoffen, dass wir die Angelegenheit in Ihrem Sinne erledigen konnten.

Soso, dachte ich mir. Wie kommen die darauf, dass ich suchen.de meine? Bisher kannte ich diese Seite noch gar nicht. Daraufhin habe ich einfach mal auf suchen.de nach meinem Namen gesucht und festgestellt, dass sich dort jedermann genau meinen Wohnort auf einer Karte anzeigen lassen kann. Außerdem sieht man, welche Seiten mir gehören und was für eine Telefonnummer ich habe. Also praktisch das gleiche Angebot wie auf webadress.de, nur in anderer Form.

Inhaber von suchen.de ist SEARCHTEQ, genau der gleiche Inhaber wie von webadress.de.

Wieviele solcher Seiten haben die noch?

Jetzt frage ich mich natürlich, wo die mich noch überall indiziert haben und was man da sonst noch über mich herausfinden kann. Weiß da jemand mehr?

Ich habe SEARCHTEQ jetzt auf jeden Fall geschrieben, dass sie meine Daten sofort aus allen ihren Datenbanken entfernen sollen und auch zukünftig keine neuen Daten aufnehmen sollen.

Noch sind die Daten drin

Jetzt bin ich gespannt, ob sie meine Daten wirklich aus ihrer DB entfernen oder ob wirklich ein Anwalt nötig wäre. Ich benachrichtige euch, wenn es wieder Neuigkeiten gibt!

Nachtrag vom 14. Juli 2009

Sowohl auf suchen.de als auch auf webadress.de sind keinerlei Daten von mir mehr zu finden. Mein Tipp an euch: Wollt ihr eure Daten auf solchen Portalen loswerden, müsst ihr schon ein wenig „drohen“ (In Form einer Frist), weil die das ansonsten nicht für nötig erachten.

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4 Kommentare zu “webadress.de: Ein Anwalt wirkt Wunder!”

  1. Spannend spannend…das ganze klingt ja mal wieder richtig geil…

    Hab gerade mal meinen Namen gesucht und bisher nichts gefunden, dass darf auch gerne so bleiben. Sollte ich da meine ganzen Daten auf eine Haufen finden, dann werde ich mal meine Reechtschutzversicherung befragen was man da so machen kann…und dann ggf. mit einem vorhandenen Anwalt drohen ^^

    Der letzte Artikel von mr.gene:Wasserkühlung von Alphacool

  2. Scheinbar wissen die, dass ihr „Projekt“ nicht rechtens ist, sonst hätten sie bei der Drohung mit dem Anwalt nicht so schnell reagiert…

    MfG
    Simon

  3. Von mir ist bisher auch noch nichts zu finden. Soviel ich weiß, gibt es bisher auch nur 3 Stellen im Netz, wo mein Name als Text zu finden ist (was auch wirklich mir zuzuordnen ist). Wenn man seine Daten relativ „geheim“ halten will, sollte man halt auch drauf achten, zb. im Impressum seine Daten als Grafik einzubinden usw…

    Der letzte Artikel von alte Kiehvoz:Produkt-Test: Oral B Professional Care 3000

  4. Hmm, schwieriges und interessantes Thema denke ich…

    Wie das rechtlich gesehen ist, weiß ich nicht.
    Allerdings sind solche Portale ja eher wie ein Telefonbuch, nur speziell mit Erweiterung für URLs.

    Und wenn man in Google gefunden wird (nur andere Darstellungsform), dann stört das doch auch keinen?!
    Diese Portale halten sich für gewöhnlich an Crawler-Anweisungen in der robots.txt, d.h. hier ist die erste Anlaufstelle, um zu verhindern, daß Kontaktdaten in Portalen wie diesen erscheinen.
    Solche Services wären doch rechtlich sonst gar nicht tragbar.

    WhoIs-Daten werden normalerweise nicht erhoben/gecrawled).

    LG,
    Olli

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»Informationen zum Artikel

Autor: Simon
Datum: 13.07.2009
Zeit: 17:26 Uhr
Kategorien: Internet
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