Tutorial: Website komplett auf andere Domain oder in anderes Verzeichnis verschieben, so dass die Seiten im Google-Index bleiben

Es gibt Momente, an denen man eine komplette Website inkl. der kompletten Verzeichnisstruktur auf eine andere Domain oder nur in ein anderes Verzeichnis verschieben will.
Hat man noch keine Backlinks auf Inhalte und/oder noch keine Seiten im Index von Google, muss man hier nicht viel beachten. Ist das Gegenteil der Fall, gibt es ein paar wichtige Schritte, um alles google-sicher (Hier wird oft das Stichwort SEO – Searach Engine Optimizing genannt) umzuziehen.
Man muss hier sehr sorgfältig vorgehen, da sonst Seiten aus dem Index von Google verschwinden werden. Schlimmstenfalls findet Google eure Inhalte doppelt und geht von Content-Klau bzw. Double Content aus. Was das zur Folge hat, kann sich jeder denken 😉

Deshalb zeige ich euch hier, wie ich vorgegangen bin, als ich diesen WordPress-Blog von http://www.net-developers.de/ nach http://www.net-developers.de/blog/ verschoben habe. Wie man sieht, habe ich nur das Verzeichnis gewechselt. Wenn man eine neue Domain verwenden möchte, ändert sich an der Vorgehensweise nichts. Man muss in diesem Fall nur beachten, dass die alte Domain mindestens ein halbes Jahr behalten werden sollte, da sie die Umleitung „steuert“.

Diese Anleitung (Tutorial) kann auch für Nicht-Wordpress-Seiten verwendet werden. Schritte, die nur für WordPress nötig sind, kennzeichne ich hier als solche. Jetzt hab ich aber genug geschwafelt. Jetzt geht’s los!

1. Die gesamten Daten sichern

Als erstes sollte man auf jeden Fall alle Daten sichern. Dazu verbindet man sich einfach per FTP mit seinem Server, lädt alles herunter und speichert es irgendwo ab, wo es sicher ist. Falls ihr irgendwas falsch macht, habt ihr hier immer eure letzte Rettung parat 🙂 Wenn Informationen über den Speicherort der Daten in der Datenbank stehen (das ist bei WordPress der Fall), müssten diese Informationen geändert werden. Wie das geht, erkläre ich später. In diesem Fall sollte man auch seine Datenbank sichern. (z.B. mit MySQLDumper oder phpmyadmin)

2. Eine Kopie der Daten ins neue Verzeichnis (Zielverzeichnis) speichern

Jetzt speichern wir eine 1:1-Kopie aller Dateien ins Verzeichnis, in dem die Seite sich später auch befinden soll. Falls es Konfigurationsdateien gibt, die Pfade beinhalten, müssen die Pfade ggf. an die neue Domain / an das neue Verzeichnis angepasst werden. Beim Kopieren sollte man darauf achten, dass man in seinem FTP-Programm versteckte Dateien anzeigen lässt. Ansonsten könnten später wichtige Dateien wie .htacesss fehlen.

3. Die Umleitung einrichten

Jetzt legt man sich eine .htaccess-Datei an. Diese Datei wird vom Webserver (meistens Apache) interpretiert und kann in Anfragen eingreifen. Das ist also der perfekte Ort, um die Umleitung stattfinden zu lassen. Für diese Art des Umzugs eignet sich eine 301-Redirect-Umleitung am besten. Ein 301-Redirect ist eine Umleitung, die den Status-Code 301 an den Client schickt. Dieser Status-Code steht für „Moved Permanently„, also „permanent verschoben“ und bedeutet, dass die Seite ab jetzt an einem anderen Ort zu finden ist. Das ist sehr wichtig für Google, da so der Index relativ schnell aktualisiert werden kann (2-4 Wochen sind normal).

Keine Angst! In dieser Zeit bleiben eure Besucher nicht aus! Dafür sorgt die Umleitung, die wir mit folgenden Zeilen in der .htacess einrichten:

RewriteEngine On #mod_rewrite aktivieren

#alle Anfragen auf Bloartikel im Root auf /blog/ umleiten!
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d
RewriteRule ^(.*)$ http://www.net-developers.de/blog/$1 [R=301,L]

Die erste Zeile aktiviert die RewriteEngine des Apache-Moduls mod_rewrite. Ist dieses nicht installiert, könnt ihr die Umleitung nicht einrichten! In diesem Fall solltet ihr euren Provider um Rat bitten.

Durch die folgenden Zeilen wird geprüft, ob die Datei (oder das Verzeichnis), die angefordert wird in Wirklichkeit vorhanden sind. Wenn ja, dann wird nicht umgeleitet! Denn das würde dazu führen, dass die Dateien und Verzeichnisse nicht mehr aufrufbar wären.

In der letzten Zeile wird die komplette Anfrage in die Variable $1 gespeichert. Danach wird die Variable einfach dem Ziel angehängt. In meinem Fall wird also immer http://www.net-developers.de/blog/ vor den Inhalt der Variablen geschrieben. Wenn man jetzt http://www.net-developers.de/2009/09/24/favicon-contest/ aufruft, wird man auf http://www.net-developers.de/blog/2009/09/24/favicon-contest/ umgeleitet.

Das R=301,L in den eckigen Klammern bedeutet, dass ein 301-Redirect gemacht werden soll und dass das die letzte Regel ist, die beachtet werden muss.

Der Redirect per „Moved Permanently“ hat übrigens einen sehr schönen Nebeneffekt! Der Pagerank wird 1:1 auf allen Seiten übernommen.

4. Links anpassen

Dieser Schritt ist zwar nicht notwendig, da ja „falsche“ URLs automatisch berichtigt werden, aber trotzdem sollte man dafür sorgen, dass die Umleitung nur dann in Kraft tritt, wenn es unbedingt sein muss. Deshalb wäre es eine gute Idee, alle Links, auf die man Zugriff hat (also alle internen Links) an die neue URL anzupassen. Wenn man WordPress verwendet, geht das ganz einfach über ein paar Datenbankänderungen. Wenn man ein anderes CMS oder eine selbstgeschriebene Seite verwendet, hat man evtl. Pech und muss alles manuell machen. Hier sollte man dann schauen, ob sich der Aufwand wirklich lohnt!

4.1 Interne Links in WordPress anpassen

Als erstes verbindet man sich mit seiner Datenbank, am besten über phpmyadmin. Hier wählt man die Tabelle wp_options aus. In dieser Tabelle müssen jetzt folgende Datensätze an die neue URL angepasst werden:

  1. option_value von option_id 1 (option_name = siteurl). Hier die neue URL eintragen
  2. option_value von option_id 39 (option_name = home). Hier die neue URL eintragen

Das wars auch schon!

4.2 Externe Links anpassen

Wenn ihr die Möglichkeit habt, passt auch so viele externe Links wie möglich an. Vielleicht schreibt ihr auch ein paar der Webmaster an, die euch verlinken und weist auf die neue Adresse hin. Das muss aber nicht unbedingt sein, solange die Weiterleitung existiert. Bedenkt aber, dass eure Links alle ins Leere (bzw. 404) führen, wenn die Umleitung einmal nichtmehr vorhanden ist (z.b. weil ich die alte Domain gelöscht habt)

5. Google-Index beobachten

Alle 1-2 Wochen solltet ihr jetzt schauen, ob eure wichtigsten Seiten noch im Index sind. Wenn ja: Glückwunsch! Wenn nein: Überprüfe, ob die Weiterleitung auch wirklich funktioniert. Vielleicht hat das Verschwinden aus  Google auch andere Gründe (Google Dance)

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17 Kommentare zu “Tutorial: Website komplett auf andere Domain oder in anderes Verzeichnis verschieben, so dass die Seiten im Google-Index bleiben”

  1. Durch die folgenden Zeilen wird geprüft, ob die Datei (oder das Verzeichnis), die angefordert wird in Wirklichkeit vorhanden sind. Wenn ja, dann wird nicht umgeleitet! Denn das würde dazu führen, dass die Dateien und Verzeichnisse nicht mehr aufrufbar wären.

    Achso, das wusst ich garnicht. Hätte immer gedacht, dass die htaccess-Regeln immer Vorrang hätten?

    Kleiner Kommentar am Rande: Mit ist aufgefallen, dass dein CommentLuv nicht mehr funktioniert. Obwohl aktiviert, wird der letzte Beitrag aus meinem Blog nicht geladen…

  2. Hi,

    das sind ja sogesehen auch Regeln (Bedingungen) in der htaccess.
    Und die verhindern, dass die Regel darunter ausgeführt wird, wenn die Datei existiert. 🙂

    Danke für den Hinweis mit CommtentLuv!
    Erscheint irgendeine Fehlermeldung?
    Ich suche mal nach dem Problem…

    MfG
    Simon

  3. zu CommentLuv: Ne, da erscheint keine Fehlermeldung. Ich trage meine Daten in die entsprechenden Felder hier ein und sobald ich ins Kommentar-Feld klicke, wird auch kurz die Seite von CemmentLuv connectiert, aber der Artikel von mir wird nicht geladen. Normalerweise steht der dann ja nach ein paar Sekunden unterhalb des Kommentar-Feldes. Dies passiert hier aber nicht…

    zum Beitrag: Vielen Dank dafür, gut zu wissen! Auch sehr gut erklärt!

  4. Hmm… Hab jetzt mal ein Update von CommentLuv gemacht.
    Vielleicht geht es ja jetzt?
    Ich teste es mal

  5. Das ist ein Test!
    Sieht so aus, als würde es funktionieren
    .-= fdf´s last blog ..21.11.2009: Qlimax in Arnhem/Arnheim =-.

  6. Jop, bei mir hats geklappt!

    Bei dir auch?

    Nur wollen die, dass ich mich mit meiner Seite registriere (habe ich eigentlich schon lange gemacht…). Egal, registrier ich mich halt nochmal, dann kann man nämlich unter den letzten 10 Artikel auswählen.

    MfG
    Simon
    .-= Simon´s last blog ..21.11.2009: Qlimax in Arnhem/Arnheim =-.

  7. Ja, jetzt klappt es bei mir auch wieder 🙂

    Zum registrieren: Ich kenne das nur so, dass sich der Kommentierer registrieren soll, und dieser könnte dann per Dropdown-Box einen seiner letzten 10 Beiträge auswählen. Registriert man sich nicht, wird immer der aktuelle angezeigt…
    .-= alte Kiehvoz´s last blog ..Herbstferien im Vogtland Bikecamp =-.

  8. Ach, so ist das 🙂 OK.
    Hast du dich da registriert?

    Zur Info für Neugierige: Das Problem mit CommentLuv war behoben, als ich auf die neue Version 1.7.2 upgedatet habe.

  9. Nö, hab mich nicht registriert. Bei mir wird aber auch keine Dropdownliste mehr angezeigt. Aber bei einer früheren Version wurde mir die Box immer angezeigt. Jetzt steht aber automatisch mein letzter Beitrag da.
    .-= alte Kiehvoz´s last blog ..Herbstferien im Vogtland Bikecamp =-.

  10. Jo, ist ja auch nich so schlimm 🙂

  11. Endlich habe ich gefunden wonach in lange gesucht habe. Gott sei dank das es euch gibt 🙂

  12. Echt guter Beitrag, jetzt weiß ich auch wie das mit der 301 Weiterleitung funktioniert. Hätte ich zwar schon etwas eher brauchen können, aber naja was solls.
    .-= Harry´s last blog ..Linkaufbau der einfachste Weg zu mehr Backlinks =-.

  13. Schöner Beitrag. Die .htaccess ist auch gut gemacht, aber was macht man jetzt, wenn dennoch der Aufruf der URL http://domain.de zusätzlich auf http://domain.de/verzeichnis/ leiten soll?
    Die Abfrage nach Verzeichnis oder Datei fällt für den Aufruf von http://domain.de positiv aus und keine Weiterleitung erfolgt.

    Da ist guter Rat teuer 😕
    .-= m47ch´s last blog ..Erste App-Empfehlung 2011- Week Calendar =-.

  14. Ich verstehe dein Problem nicht so ganz. Kannst du es genauer erläutern? 🙂

  15. Naja, der Aufruf der Domain http://domain.de soll direkt zu http://domain.de/verzeichnis/ leiten. Die Abfrage „RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d“ gibt hier ja wahre Werte zurück und der Besucher wird auf das Root-Verzeichnis von http://domain.de geleitet (in dem womöglich keine Datei liegt).
    .-= m47ch´s last blog ..m47chcom ist CO2-neutral Nachtrag =-.

  16. Genau das macht doch der Code! 🙂
    Gerade getestet

  17. Da wäre ich mir nicht so sicher; ich teste mal weiter 😉
    .-= m47ch´s last blog ..Sommer im Januar =-.

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»Informationen zum Artikel

Autor: Simon
Datum: 05.10.2009
Zeit: 21:15 Uhr
Kategorien: Optimierungen (SEO, ...)
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