Eine schwere Entscheidung: Bezahlen per Rechnung anbieten oder nicht?

Titelbild-Internethandel-Ausgabe-118-201308-Rechnungskauf-ohne-Zahlungsausfaelle[1]

Es gibt heutzutage die verschiedensten Möglichkeiten, im Internet seine Bestellungen zu bezahlen: PayPal, Kreditkarte, Lastschrift, Sofortüberweisung, Nachname, usw. Meine bevorzugte Methode ist ehrlich gesagt PayPal, aber laut der aktuellen Ausgabe von Internethandel.de bin ich damit eher Außenseiter. Der Großteil der Konsumenten bevorzugt das Bezahlen auf Rechnung, da man hier das geringste Risiko eingeht. Falls die Ware nicht geliefert wird oder defekt ist, hat man kein Geld verloren und keinen Stress, das Geld wieder zu bekommen. Außerdem kann man erst dann bezahlen, wenn die Frist abgelaufen ist und das Geld solange anderweitig investieren. Hier besteht jedoch auch die Gefahr, das Bezahlen zu vergessen und Mahnungen zu kassieren. Und genau das ist der Grund, warum ich persönlich meine Rechnungen lieber sofort begleiche.

Allerdings wird der Kauf auf Rechnung in nur 60% aller Online-Shops angeboten, was dazu führt, dass viele Kunden es sich ganz genau überlegen, ob sie dort wirklich bestellen sollen. Zu groß ist für sie das Risiko, betrogen zu werden. Aus der Sicht von Shop-Betreibern ist es nachvollziehbar, dass diese keinen Rechnungskauf anbieten möchten. Denn hier kann es zu massiven Zahlungsausfällen kommen, was unter Umständen das gesamte Geschäft gefährden kann, gerade wenn man nur einen sehr kleinen Shop mit wenigen Bestellungen betreibt. Außerdem berichten Shops, die Rechnungskauf eingeführt haben, dass die Anzahl an Retouren deutlich angestiegen ist, was erstens mehr Aufwand für den Händler bedeutet und zweitens weniger Gewinn.

Das ist nachvollziehbar: Hat der Kunde die Möglichkeit, Produkte zu bestellen, ohne sie sofort bezahlen zu müssen, kann er soviel bestellen wie er will und nur das behalten, was ihm am Ende auch gefällt. Rücksendungen sind mit wesentlich weniger Aufwand verbunden.

Internethandel.de stellt in diesem Monat allerdings eine Möglichkeit vor, wie man als Shop-Betreiber den Rechnungskauf risikolos anbieten kann und so im Endeffekt seinen Umsatz steigert.

Selbstverständlich gibt es auch in diesem Monat eine Leseprobe von Internethandel.de.

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9 Kommentare zu “Eine schwere Entscheidung: Bezahlen per Rechnung anbieten oder nicht?”

  1. Man sollte sich da an den Marktführern orientieren. Wenn man bei Amazon das erste Mal einkauft kann man auch nicht auf Rechnung kaufen. Bei Ebay ist Vorkasse / Paypal Standard. Das Risiko von Zahlungsausfällen kann sich doch heute keiner mehr leisten. Die kleinen Shops, die mit „auf Rechnung“ neue Kunden gewinnen wollen werden das als Lehrgeld bezahlen müssen, oder verbuchen das als „Marketingkosten“.

  2. Meiner Meinung nach gibt es immer 2 Seiten einer Medalie. Auch hier, vielleicht sogar besonders hier. Die Frage ist, wer braucht die Sicherheit? Das Unternehmen bzw. der Onlineshop, der Geld verdienen will oder der Kunde, der sicherstellen will, das er für sein Geld auch eine Leistung bekommt??

    Es gilt diese beiden Ansichten so gut es geht zu vereinbaren.

  3. Ich persönlich kaufe als Kunde auch am liebsten per Rechnung. Schon viel zu oft ging was schief. Danach kommt bei mir das Lastschriftverfahren, denn da kann ich im Notfall das Geld auch noch zurückbuchen. Dann kommt erst Paypal und wer keines von den dreien anbietet, bei dem kaufe ich nicht.

  4. „Allerdings wird der Kauf auf Rechnung in nur 60% aller Online-Shops angeboten, was dazu führt, dass viele Kunden es sich ganz genau überlegen, ob sie dort wirklich bestellen sollen. “
    Das versteh ich nicht – Beim Kauf auf Rechnung wird doch der Kunde nicht betrogen. Wenn ich nichts kieg zahl ich nicht. Die Gefahr ist doch nur bei Vorkasse (ebay), oder wie meinst Du das?

  5. Also für den Kauf auf Rechnung gibt es mittlerweile einige Zahlungsanbieter, die als “Geldeintreiber” fungieren, und gegen eine bestimmte prozentuale Summe vom Warenwert, das Risiko für einen Zahlungsausfall auf sich nehmen. Der Händler bekommt sein Geld also auf jeden Fall, muss jedoch etwas von seinem Umsatz an den Zahlungsanbieter abtreten. (Wie eine Art Versicherung)

    Jedoch wird der Kauf auf Rechnung im Internet von vielen Kunden noch nicht richtig angenommen, obwohl es für den Käufer die sicherste Methode ist…hängt vermutlich damit zusammen, dass der Rechnungskauf relativ neu ist und in den letzten Jahren selten angeboten wurde (im Internet). Ein weiterer Nachteil ist für den Käufer, dass es nicht die einfachste Methode ist, weil dieser den Betrag wieder manuell überweisen muss, anstatt mal eben unkompliziert eine PayPal-Transaktion durchzuführen!

    Allgemein finde ich dass es einfach zu viele Zahlungsmöglichkeiten gibt. Das beste wäre eine einzige Zahlungsmöglichkeit für alle!

  6. Ich habe den Kauf auf Rechnung mal für eine Zeitraum von zwei Monaten in meinem Shop angeboten. Das Ergebnis war das ich mit cirka 20% der Rechnungskäufer Probleme mit der Bezahlung hatte. Also habe ich es wieder abgeschafft. Das ist einfach zuviel. Aber sicherlich hängt das auch von der Art der Produkte und der jeweiligen Marge ab. Bei einer großen Marge kann man es eher riskieren als bei einer kleinen.

  7. Ich bin vollkommen Deiner Meinung @Christine. Gerade für die kleinen Shops kann sich ein Zahlungsausfall gravierend auswirken.

    Ich sehe für Unternehmen keinerlei Gründe für eine Bezahlen per Rechnung Bezahlmöglichkeit einzuführen. I.d.R. kennt der Kunde das Produkt und weiß was er da kauft und sollte der Shop/Unternehmen seriös genug sein, dann braucht der Kunde auch keine Sicherheit wie diesen.

    Mit PayPal und teils mit der Überweisung haben die Kunden genug Sicherheiten.

    Mir persönlich reicht ein Gütesiegel + PayPal (wegen Käuferschutz)vollkommen aus.

  8. @Christine: Den Ansatz von Amazon finde ich sehr interessant und intelligent. Ist halt technisch mehr Aufwand.

    @Albert: Kreditkarte ist auch ganz gut. Da kann man im Notfall auch zurückbuchen.

    @Maiky: Gemeint waren die 40% der Shops, die keine Rechnung anbieten.

    @Markus: Gäbe es nur noch eine einzige Zahlungsmöglichkeit, würden sich gleich wieder alle beschweren. Ich höre sie schon schreien!

    @Nina: 20% sind echt viel. Da hätte ich auch so wie du reagiert. Was verkaufst du denn?

  9. […] War das Angebot zu groß / zu klein / zu unübersichtlich? Wurden zu wenige oder die falschen Zahlungsmittel angeboten? War die Lieferung zu langsam? Diese und viele weitere Fragen sollten sich Shop-Betreiber […]

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»Informationen zum Artikel

Autor: Simon
Datum: 06.08.2013
Zeit: 22:32 Uhr
Kategorien: Internet
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