Wie Werbeblocker das kostenlose Internet zerstören

Das Internet ist ein Medium, in dem jeder kostenlos an die Informationen gelangt, die er gerade sucht. Das ermöglicht schnelle Recherchen und erleichtert es Menschen, sich über Themen zu informieren, für die sie sich interessieren oder für die sie sich interessieren müssen (Referate, Klassenarbeiten, Prüfungen). Ein wichtiger Faktor des Internets ist der Kostenfaktor. Wie ich schon erwähnt habe, sind die meisten Seiten kostenlos. Wikipedia z.B. bietet eine unglaubliche Menge an Informationen und das völlig kostenlos.

Doch nicht nur Wikipedia und andere Informationsseiten sind kostenfrei abrufbar. Auch soziale Netzwerke wie Facebook, Internetforen, Suchmaschinen, Routenplaner, Restauranttips, Videos sind zum größten Teil kostenlos zu erreichen.

Und ich denke, wir sind uns einig: Wäre das Internet nicht kostenlos, wären wir nicht da, wo wir heute sind.

Doch was viele scheinbar nicht wissen, ist die Tatsache, dass auch Portale wie Facebook, Wikipedia, Google, usw. Ausgaben haben. Mitarbeiter und Server wollen ja schließlich auch bezahlt werden. Moment: Wir haben doch gesagt, dass das Internet zum Großteil kostenlos ist! Woher nehmen die Seitenbetreiber dann das Geld?

Und jetzt kommen wir zum Punkt. Die meisten Internetseiten werden durch Werbung finanziert. Es gibt zwar Ausnahmen wie Wikpedia, die durch Spenden finanziert werden, aber die Mehrheit der Websites decken ihre Kosten durch das Einblenden von Werbung. Das funktioniert meistens über spezielle Agenturen, die ihren (Firmen-)Kunden Werbung anbieten, die dann auf der Website der Webmaster  angezeigt wird. Beispiele für solche Agenturen wären Google AdSense, Contaxe oder auch Bin-Layer. Die Seitenbetreiber verdienen dann X% am Gewinn der Agenturen mit.

So weit, so gut. Leider gibt es viele Internetnutzer, die von der Werbung genervt sind und aus diesem Grund Werbeblocker benutzen. Werbeblocker gibt es wie Sand am Meer, z.b. AdBlock Plus für Firefox. Die Folge ist, dass weniger Werbung angezeigt wird, die Webmaster weniger Geld verdienen und möglicherweise ihre Kosten nicht mehr decken können. Da keiner gerne eine Seite betreibt, die Verluste macht, wird die Seite früher oder später vom Netz genommen.

Die Alternative zu webefinanzierten Angeboten sind Internetangebote, die kostenpflichtig sind. Diese haben jedoch ein paar Nachteile. Stellt euch mal vor, ihr müstet euch extra bei Wikipedia anmelden und für jeden Artikel, den ihr lesen wollt, X Cent bezahlen. Oder für jede Nachricht auf Facebook. Das würde nicht nur den Spaß am Internet nehmen, sondern viele Sachen, die heute einfach zu erledigen sind, erschweren. Hinzu kommt natürlich die Tatsache, dass ihr dann im Monat einige Euro an Ausgaben fürs Surfen hättet. Wollt ihr das?

Mein Ziel in diesem Artikel ist es, Euch zu verdeutlichen, wie das Internet in dieser (kostenlosen) Form existieren kann und wie es durch Werbeblocker bald zerstört werden könnte. Die Frage ist, was den Nutzern lieber ist. Kostenlos surfen und hin und wieder ein paar Banner, Pop-Ups, Layer, usw. sehen oder Geld für etwas bezahlen, das man auch kostenlos haben kann. Und mal ehrlich: Wer hat denn nicht schon mal etwas sinnvolles gekauft, das er in der Werbung gesehen hat? Werbung kann also auch nützlich sein.

Ich selbst habe hier auf dem Blog Werbung eingebaut und stelle fest, dass die Klickrate immer weiter sinkt. Das ist hauptsächlich auf Werbeblocker zurückzuführen. Noch schätze ich die Situation nicht all zu kritisch ein, aber wenn es sich so weiterentwickelt, werden die Einnahmen in ein paar Jahren verschwindend gering sein. Dann werden die meisten Websites, die heute kostenlos sind, entweder nicht mehr extistieren oder man muss dafür bezahlen.

Das hier gesagte gilt übrigens nicht nur fürs Internet. Auch im Fernsehen wird nur so viel Werbung gezeigt, weil die Sender sonst kostenpflichtig wären (siehe Premiere, Sky, usw.). Und Zeitungen wären nicht so günstig, wenn keine Werbung darin abgedruckt wäre.

Ich hoffe, ich konnte eure Einstellung zum Thema Werbung mit diesem kleinen Artikel ein wenig ändern und damit dazu beitragen, dass das Internet weiterhin kostenlos bleibt.

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12 Kommentare zu “Wie Werbeblocker das kostenlose Internet zerstören”

  1. meine Reaktion -> Adblock+ deaktivieren auf net-developers.de 🙂

  2. Nice, danke 🙂

  3. Aber ihhh, da war ja ein Popup oder Layer 😛

  4. Ich denke wenn der Content gut genug ist
    (und z.B. nicht dauernd irgendwelche Trigami-Reviews gepostet werden)
    wird die Seite genug Besucher haben um überleben zu können.
    Leider sind viele sowas von vollgestopft mit Werbung,
    dass sie einen schon vom eigentlichen Content ablenken.
    Deshalb hab ich Adblock generell aktiviert und bei einigen Seite
    deaktiviert.

  5. @maTTes: Also die Layer sind doch gar nicht so schlimm 😉 Schlimm sind nur die, die bei jedem Seitenaufruf wieder neu kommen…. Oder die man nicht schließen kann

    @David: Das mit Trigami war wohl eine Anspielung auf den letzten Artikel 😉 Ich halte die Trigami-Artikel in der Anzahl gering, werde darauf jedoch nicht verzichten. Ich schaue ja auch darauf, dass sie inhaltlich zum Blog passen. Ein paar gute waren da ja schon dabei 🙂

    Du musst aber auch wissen, dass nur so viel Werbung angezeigt wird, WEIL viele die Werbung blocken. Dann müssen halt diejenigen, die sie nicht blocken, die Werbung sehen. Ungerecht, aber wahr.

    MfG
    Simon

  6. also ganz ehrlich werbung im internet wird immer schlimmer.
    ein banner hier und da stört mich nicht im geringsten aber wo ich echt das große kotzen bekomme sind popups v.a. wenn man auf schließen klickt und sich trotzdem ne seite öffnet. wo sind wir den hier? das ist einfach nur penetrant und gegen meine willen. solche seiten/unternehmen werden dann doch erst recht gemieden – ich verabscheue aufdringlichkeit.

  7. Popups sind nicht schlimm, solange sie nicht bei jedem Seitenaufruf neu kommen. Meistens gibt es auch Reloadsperren von 3 Stunden oder mehr.

    Von daher kann man ein Popup verkraften, denke ich.

  8. Probiers doch mal mit sowas in der Art: wenn ihr mein Content cool findet kauft über diesen Link was bei Amazon… das ist weniger aufdringlich und bringt mehr ein als pay per view oder pay per click, ach übrigens bei mir ist adblock allein schon wegen der scripte an die manchmal mit den Ads kommen.
    PS: Popups sind mE total nervig und gehören in die 90er wie iframes 😉

  9. Amazon-Links sind keine Alternative, sorry. Das kann sich lohnen, wenn man mal 1 Mio Besucher im Monat hat. Aber nicht bei 30.000…

  10. […] werden die auch irgendwann genervt die Seite verlassen,  sofern sie nicht schon vorher einen Werbeblocker installiert […]

  11. Nicht umsonst ist der Gründer von Facebook mehr als dicke im Geschäft … . Mal ganz ehrlich, wer bekommt nicht regelmäßig einen dicken Hals, nur weil einem schon wieder einmal irgend so eine Scheiß Werbung im Fernsehen, im Postkasten oder eben Online vorgesetzt wird – ob man will oder nicht.

  12. Werbung ist eine gute Sache. Fürs Internet würde niemand bezahlen wollen! Willst Du für Facebook bezahlen? Oder würdest Du für Google bezahlen? 5ct pro Suche? Sicher nicht.

    Also regt Euch doch nicht so über die Werbung auf. Die kann man wegklicken und gut ist.

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»Informationen zum Artikel

Autor: Simon
Datum: 19.04.2011
Zeit: 19:00 Uhr
Kategorien: Software
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